- Mecklenburger Backstuben
19.12.2016

WsM-Leser nehmen die Mecklenburger Backstuben unter die Lupe

In der Weihnachtsbäckerei…. Genauso kamen sich vier Leser von „Wir sind Müritzer“ in dieser Woche vor, als sie hinter die Kulissen der Mecklenburger Backstuben schauen durften. Sie gingen gemeinsam mit uns der Frage nach: Wie viel Handarbeit steckt eigentlich noch in dem Familienunternehmen, das inzwischen rund 600 Menschen beschäftigt und in den vergangenen Jahren Millionen in Technik und Gebäude investiert hat. Und: Unsere Leser wurden allesamt richtig überrascht.

Doch ehe Martina und Herbert Riedel aus Varchentin, Birte Nagel aus Waren soowie Klaus Gerhard Schröter aus Waren in die „heiligen Hallen“ durften, erfuhren sie zum ersten Mal, das Hygiene bei den Backstuben ganz groß geschrieben wird.
Schmuck und Uhren mussten abgelegt werden, sogar der normale Kugelschreiber durfte nicht mit in die Backstube und wurde gegen einen speziellen ausgetauscht. Dann gab’s für alle Kittel sowie Kopfbedeckung und eine kurze Unterweisung ins richtige Händewaschen. Denn nur, wenn sie gründlich desinfiziert werden, öffnet sich die Schranke in die Backstube, zugleich laufen die Gäste über rotierende Bürsten.

„Ja, Hygiene ist das A und O. Wir arbeiten schließlich mit Lebensmitteln und haben eine große Verantwortung“, erklärt Produktionsleiterin Stefanie Rohowsky. Sie führt die Besucher durch die Produktion und plaudert dabei so viel aus dem Nähkästchen, dass selbst Marketingchefin Dr. Susanne Curth in der mehr als sechzigminütigen „Visite“ viel Neues erfährt.

Gleich zu Beginn des Rundganges geht es in den Konditorei-Bereich und in dem werden viel mehr Hände als Maschinen gebracht. Wie bei den großen Lebkuchenherzen. Die bekommen ihren Schokoüberzug zwar automatisch, doch muss nachgearbeitet werden – soll ja alle ordentlich aussehen. Auch die Streusel werden per Hand aufgetragen. Das darf Martina Riedel auch gleich mal selbst probieren und merkt schnell, dass es viel einfacher aussieht als es ist.

Nebenan entstehen die beliebten Mandarinen-Sahne-Schnitten und auch die werden nur so lecker, weil sie in Handarbeit entstehen. Dabei geht’s nicht um Rekord-Stückzahlen, sondern auch um Zeit für die verschiedenen Schichten. „Das hätte ich wirklich nicht vermutet“, meint Klaus Gerhard Schröter und wirft noch einmal einen neugierigen Blick in den Eimer mit den Mandarinen. Nicht irgendwelche, sondern sehr hochwertige. „Wir mussten viele Sorten probieren, um die richtigen zu finden“, erzählt Stefanie Rohowsky, die seit drei Jahren im Unternehmen ist, und viel Energie, gepaart mit Witz und Freundlichkeit ausstrahlt.

Ein Stückchen weiter ist eine Mitarbeiterin gerade dabei, Backformen einzufetten – ganz so wie in der heimischen Küche. Genau die richtige Handgröße für die ideale Anzahl von Streuseln hat Nicole Sonnenburg, die Mohnstreusel-Schnecken bestreut – per Hand, hunderte am Tag.

„Handarbeit findet man bei uns in allen Bereichen. Es geht nicht ohne, wenn wir uns abheben wollen von den reinen Industriebäckern. Wir wollen Besonderheiten anbieten und müssen dann auch besonders sein“, erläutert die 34-jährige Produktionschefin die Philosophie des Familienunternehmens.

Auch in dem Bereich, in dem täglich tausende Brote entstehen, geht es nicht ohne Menschen. Sie kontrollieren, bestreuen, packen Brote in den Ofen, mustern aus. Die besonderen Sicherheits- und Hygienevorschriften erstaunen auch hier. Denn die Brote durchlaufen alle einen Metalldetektor, damit dort auch wirklich nichts hinein kommt, was nicht hinein gehört.

In den Gängen ist derweil der „Weihnachtsmann“ persönlich auf einer Reinigungsmaschine unterwegs. Er sieht zumindest so aus. Denn der Mitarbeiter mit dem weißen Bart trägt nicht nur die vorgeschriebene Kopfbedeckung, sondern auch eine um den Bart – Hygiene-Vorschrift.

In einem anderen Teil des Hauses riecht es weder so verführerisch wie sonst überall, noch sieht es nach Bäckerei aus: Dort gibt’s für die Brotkisten eine Dusche. Jede Kiste, die wieder ins Gebäude kommt, muss durch die Waschanlage – auch das wieder eine Hygienevorschrift.

Aber, schnell wieder zurück ins Warme. Doch: Es geht bei den Backstuben noch kälter: In dem Bereich, in dem die Tiefkühlware verpackt wird, tragen die Mitarbeiter dicke Pullover oder Jacken. Die Mecklenburger Backstuben GmbH exportiert Brot, Brötchen sowie Kuchen und ist vor allem auf dem skandinavischen Markt ganz stark vertreten. „Man gewöhnt sich daran, dass es hier nicht so warm ist“, erzählen die Mitarbeiter. Die Leser von „Wir sind Müritzer“ möchten aber lieber wieder in Richtung Backofen.

Dorthin, wo Mitarbeiter zwar zügig unterwegs sind, aber keinen gehetzten Eindruck machen. „Mir ist dieses tolle Miteinander aufgefallen. Es war eine sehr angenehme Stimmung“, so Leserin Birte Nagel. Sie kennt sich aus in der Branche, denn sie berät als Selbstständige Hoteliers und Gastronomen.
„Dieser Umgang ist uns auch sehr wichtig. Hier kennt die Geschäftsführung alle Mitarbeiter mit Namen, weiß viel Persönliches von den Leuten und steht ihnen auch in schwierigen Situationen zur Seite. Die Mitarbeiter sind doch unser Pfund“, so Marketingchefin Dr. Susanne Curth, die aus Rostock kommt und sich vor gut zwei Jahren ganz bewusst für ein Familienunternehmen entschieden hat.

Wie sehr die Mitarbeiter hinter ihrem Unternehmen stehen, zeigen die vielen langjährigen Beschäftigen, die nicht selten von der Ausbildung bis zur Rente in der Firma arbeiten. Und das zeigen auch die langen Listen, die jetzt in der Geschäftsführung eingegangen sind.

Die „Backstuben-Familie“ war nämlich aufgerufen, Vorschläge für neue, andere oder veränderte Produkte einzureichen. Zwar beschäftigt die Bäckerei einen eigenen Produktentwickler, auf die Erfahrungen ihrer Leute möchte sie aber nicht verzichten. Und so freuen sich die Chefs über hunderte Vorschläge, die in den kommenden Wochen durchgearbeitet werden. Darunter natürlich wieder viele Ideen, die nicht ohne Handarbeit auskommen.

Aber: Wie viel Handarbeit steckt denn nun in den Mecklenburger Backstuben, um zu unserer Frage zurückzukommen. „Das kann man nicht in Prozenten angeben, aber es ist sehr sehr viel“, so Stefanie Rohowsky.
Die Leser von „Wir sind Müritzer“ konnten sich bei der eindrucksvollen Führung davon überzeugen und meinten einhellig: „Dass hier so viel Handarbeit nötig ist, hätten wir nie vermutet.“

„Wir sind Müritzer“ bedankt sich bei der Geschäftsführung der Mecklenburger Backstuben, die den Leser-Rundgang ermöglicht hat, bei Marketingchefin Dr. Susanne Curth, die ihn organisiert hat, und bei Produktionsleiterin Stefanie Rohowsky, die mit vielen Informationen und noch viel mehr Charme dafür gesorgt hat, dass die Stippvisite zu einem besonderen Erlebnis wurde.

Quelle: www.wir-sind-müritzer.de